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Gutartige Prostatavergrößerung

Die gutartigen Prostatavergrößerung ist wohl die häufigste Erkrankung der älteren Mannes.




Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostata Hyperplasie (BPH)) ist bekanntermassen eine Diagnose, die praktischen jeden Mann irgendwann betrifft.

Im Laufe der Jahre haben sich für die gutartige Prostatavergrößerung viele Therapien entwickelt.

 

Im ersten Abschnitt erhalten Sie Basisinformationen:
Um Ihnen die Möglichkeit einer echten Entscheidung zu geben wie Sie Ihre Probleme beim Wasserlassen wieder los werden wird hier in nicht medizinischen Worten erklärt,

• was die Prostata ist,
• wie es zu einer Vergrößerung der Prostata kommt,
• warum diese Schwierigkeiten beim Urinieren bereiten kann, und
• warum dies vor allem im höheren Lebensalter auftritt. 

 

Im zweiten Abschnitt geht es um die unterschiedlichen Therapien die zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) angeboten werden:


• Medikamentöse Therapie
• Galvano-Therapie
• Operative Verfahren...

 

1. Abschnitt – Basisinformationen:

 

Was ist die Prostata?


Die Prostata zählt zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und ist eine Drüse. Drüsen produzieren Stoffe, die entweder ins Blut, oder in einen Gang abgegeben werden. Die Prostata befindet sich unmittelbar unterhalb der Blase und ist normalerweise etwa so groß wie eine Kastanie. Der Gang der das Sekret aus der Prostata heraus führt, mündet in die Harnröhre. Dieser Punkt wird im 2. Abschnitt wichtig um zu verstehen, warum nach einer TURP kein Samenerguss mehr möglich ist.


Was macht die Prostata?


Die Vorsteherdrüse liefert beim männlichen Orgasmus das Sekret in dem die Spermien schwimmen und die sich normalerweise durch die Harnröhre nach draußen bewegen. Die Prostata hat also über den Ausführungsgang eine direkte Verbindung zur Harnröhre. Was beim Samenerguss passiert, wenn sich die Prostata vergrößert wird im Abschnitt "Folgen der Prostatavergrößerung“ erläutert. 

 

Warum vergrößert sich die Prostata?


Die Zellen der Prostata besitzen Rezeptoren, die auf das Hormon reagieren und die Zellen zum Wachstum anhalten. Bei Patienten, die dieses Hormonnicht produzieren, vergrößert sich die Prostata auch nicht. Die Höhe des Hormonspiegels schlägt sich jedoch nicht auf die Geschwindigkeit des Prostatawachstums nieder. Aufgrund der Tatsache, dass nahezu alle Männer auf unterschiedlichem Niveau Hormone ausschütten, vergrößert sich auch die Vorsteherdrüse. Dies geschieht sehr langsam, so dass die Probleme erst im höheren Alter auftreten. 
Weitere Faktoren wie Ernährung, Übergewicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und eine familiäre Veranlagung sind umstritten und es gibt hierzu noch keine einheitliche Meinung.


Was sind die Folge einer vergrößerten Prostata?


Warum erschwert die gutartige Prostatavergrößerung das Pinkeln? Die Harnröhre, die den Urin aus der Blase durch den Penis hindurch leitet zieht unmittelbar nach ihrem Austritt aus der Harnblase durch das vordere, obere Drittel der Prostata. Wenn das Gewebe innerhalb der Vorsteherdrüse nun zunimmt und sich aufgrund der rigiden Prostatakapsel sich aber nicht ungehindert nach außen ausdehnen kann, steigt der Druck auf die Harnröhre. Somit muss auch der Druck steigen, den die Blase aufbringen muss um den Urin durch die Prostata hindurch zu pressen. Da es sich bei der Blase auch um einen Muskel handelt, reagiert die Blasenmuskulatur auf die neue Herausforderung mit Wachstum, was zu einer Verdickung der Blasenwand führt, der sogenannten Balkenblase. 

 

Wenn die Kraft der Blase nicht mehr ausreicht, um allen Urin gegen den Widerstand der Prostata aus der Blase hinaus zu pressen, bleibt immer ein Rest in der Blase, der sogenannte Restharn. Da die Blase nur ein begrenztes Volumen an Urin aufnehmen kann ist das maximale Volumen aufgrund des Restharns natürlich immer schneller erreicht, so dass die Betroffenen in immer kürzeren Zeitabständen Wasser lassen müssen, aber die Blase nie ganz leer wird und der Kreislauf beginnt von vorne. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Harnblasenentleerungsstörung, weil die Blase eben nicht mehr vollständig entleert werden kann. Der Restharn bringt dann Risiken wie erhöhte Entzündungsgefahren oder auch die Bildung von Blasensteinen mit sich.

 

Damit aber nicht genug. Da es bei vielen Patienten mit einer BPH oft dauert, bis sie schließlich urinieren können und es dann wieder dauert bis das Nachtröpfelt wirklich endet, spricht man hier von einer Harnspeicherstörung. Vor allem deshalb, weil das Speichern des Urins nicht mehr gänzlich kontrolliert werden kann.

 

Darüber hinaus kann nicht nur der Urin nicht mehr nach „draußen“ abfließen. Auch dem Ejakulat beim Orgasmus ist der Weg nach draußen versperrt, so dass es rückwärts in die Blase gelangt, was dann als retrograder Samenerguss bezeichnet wird.

 

Harnverhalt


Wenn trotz der Beschwerden keine Therapie erfolgt, kann es letztlich zum Harnverhalt kommen, das heißt, dass kein Harn mehr durch die Harnröhre abfließen kann. Da die Niere vorerst weiter Urin produziert, staut sich dieser weiter in der Harnblase und schließlich durch die Harnleiter bis in die Nieren zurück, was letztlich auch zum Nierenversagen führen kann.

Neben diesen Beschwerden kann auch die Erektionsfähigkeit direkt von einer gutartigen Prostatavergrößerung eingeschränkt sein.

Aus all den genannten Gründen haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele Therapiemöglichkeiten der BPH entwickelt.

 

Diagnose:


Wie wird nun die Diagnose einer benignen Prostatahypertrophie gestellt?


Jede Besprechung von Problemen mit dem Arzt Ihres Vertrauens sollte mit einer detaillierten Befragung beginnen. Hier geht es um Fragen wie:


• Wie äußeren sich die Beschwerden?
• Wie häufig müssen Sie tagsüber urinieren?
• Wie häufig müssen Sie nachts zum Wasser lassen aufstehen?
• Haben Sie das Gefühl, dass sich die Blase komplett entleert?
• Seit wann bestehen diese Schwierigkeiten?
• Können Sie den Anfang und das Ende des Wasserlassens kontrollieren, oder treten Verzögerungen beim Starten oder Nachtröpfeln zum Ende hin auf?
• Gab es bereits Blasenentzündungen?...

 

Nach der Besprechung der Symptome erfolgt die körperliche Untersuchung.
Hierzu gehört vor allem ein Abtasten der Prostata vom Enddarm her. Auch wenn gezeigt wurde, dass die Größe der Vorsteherdrüse auf diese Weiße nicht immer korrekt eingeschätzt werden kann, gibt die Untersuchung doch Hinweise auf die Größe und Beschaffenheit. Lokale Verhärtungen können ein Hinweis auf Prostatakrebs sein.

 

Nach der körperlichen Untersuchung erfolgt in der Regel ein Ultraschall der Blase und der Prostata.
Der Ultraschall der Blase erfolgt optimaler weise unmittelbar nach dem Wasserlassen um möglichen Restharn zu erkennen und diesen in Millilitern zu bestimmen. Dieser Ultraschall erfolgt von der Bauchdecke aus, da die Blase in aller Regel sehr gut eingesehen werden kann.
Darüber hinaus erfolgt ein Ultraschall der Vorsteherdrüse vom Enddarm aus da die Prostata auf diesem Wege besser eingesehen und beurteilt werden kann. Hier geht es um die Größe der Prostata sowie um das mögliche abgrenzen von Unregelmäßigkeiten welche dann weiter abgeklärt werden müssen.

 

Ist das Gespräch sowie die körperliche Untersuchung erfolgt, so kann die Diagnose „gutartige Prostatavergrößerung“ gestellt werden. In diesem Zusammenhang ist es notwendig ein Prostatakarzinom auszuschließen, hinweisgeben ist hier der PSA-Wert.


2. Abschnitt – Angebotene Therapien für die BPH:

 

Sie sind vermutlich auf unsere Seite gekommen, weil Sie mehr über die Galvano-Therapie zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie erfahren wollen. Aus diesem Grunde wird diese auch zuerst besprochen.

 

Allgemeines zur Galvano-Therapie:


Die Galvano-Therapie wird seit Jahrzehnten zur Behandlung unterschiedlicher Krebsformen angewandt. Das Prinzip hierfür ist einfach. Es wird eine Gleichspannung über mindesten zwei Elektroden in der Prostata erzeugt. Diese Gleichspannung führt über den Weg einer chemischen Reaktion, der sogenannten Elektrolyse, zu einer Verschiebung des pH-Wertes in Bereiche, in denen Zellen nicht überleben können und absterben. Die toten Zellen werden vom Immunsystem abgeräumt.

 

Durchführung der Galvano-Therapie bei der gutartigen Prostatavergrößerung:


Der oben beschriebene Effekt wird auch bei der Therapie der BPH genutzt.
Nach ausführlicher Hautdesinfektion und örtlicher Betäubung der Dammregion, als des Bereiches zwischen Hodensack und Darmausgang, erfolgt die Lokalisation von einer Elektrode im rechten und einer im linken Prostatalappen. Dies geschieht unter Darstellung der Prostata, sowie der Elektroden im Ultraschall, somit kann die Positionierung der Elektroden innerhalb der Prostata fast millimetergenau erfolgen.


Das Einbringen der Elektroden erfolgt nicht durch den Enddarm, da es sonst zu einer Keimverschleppung aus dem Darm in die Prostata kommen würde. Der Zugang zur Prostata erfolgt auf dem denkbar kürzesten Weg. Nämlich durch die Haut oberhalb des Darmausganges und unterhalb des Hodensacks. Wird dieser Zugangsweg genutzt, ist man bereits nach 3 – 5 cm in der Prostata und es wird weder der Darm noch die Harnröhre geschädigt.
Auch ist der Ort der Elektroden in der Prostata von großer Wichtigkeit. Zur Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung werden die Elektroden bewusst neben die Harnröhre gelegt, so dass diese unbeschädigt bleibt.


Wenn die Elektroden an Ort und Stelle liegen, erfolgt die Applikation des Gleichstromes, welcher so niedrig dosiert ist, dass er von unseren Patienten als kaum spürbar beschrieben wird.
Durch das Absterben der Zellen in unmittelbarer Nachbarschaft der Harnröhre hat diese letztlich wieder mehr Platz innerhalb der Prostata und der Urin kann wieder mit deutlich weniger Widerstand abfließen.


Da nur kleine Teile der Prostata auf diese Weise „entfernt“ werden, bleibt die Prostata sowohl als Organ, als auch in ihrer Funktion erhalten, und der Ausführungsgang aus der Prostata zur Harnröhre als auch die Harnröhre selbst bleiben in Tackt.

Nach der Therapie werden die Elektroden entfernt und die Patienten verlassen unsere Tagesklink nach Hause.

 

Wie oft muss die Galvano-Therapie zur Behandlung der BPH durchgeführt werden?
Für die Therapie der BPH mittels Galvano-Therapie werden in den meisten Fällen 2 Sitzungen benötig. Nur in selteneren Fällen werden 3 oder mehr Sitzungen notwendig um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Die Sitzungen werden in 2 bzw. 3 aufeinanderfolgenden Wochen durchgeführt so dass die Prostata sich zwischen den Sitzungen immer wieder erholen kann.

Nebenwirkungen der Galvano-Therapie


Die häufigste Nebenwirkung die von unseren Patienten nach der Therapie beschrieben wird, sind diskrete Schmerzen beim Sitzen auf den Einstichstellen über einen Zeitraum von 3 – 4 Tagen nach der Behandlung.


Von keinem unserer Patienten wurde eine Verschlechterung der Erektionsfähigkeit beschrieben. Ebenso traten bis zum heutigen Tage keine Fälle von Inkontinenz auf.
Auch nach langjähriger Durchführung der Galvano-Therapie zur Behandlung der BPH war ein Blasenkatheter im Anschluss nur in äußerst seltenen Fällen notwendig. Dieser konnte nach einer Woche entfernt werden. Das problemlose Wasserlassen war dann wieder in vollem Umfang möglich.


Wie steht es mit dem Sex zwischen und nach den Behandlungen?


Aufgrund der Tatsache, dass bei der Galvano-Therapie nur sehr kleine Areale der Prostata eingeschmolzen werden bleibt die Vorsteherdrüse als Organ erhalten und ihrer Funktion erhalten. Wie oben bereits beschrieben wird weder die Harnröhre, noch der Ausführungsgang der das Sekret aus der Prostata in die Harnröhre bringt beschädigt. Nachdem das Abflusshindernis nach draussen beseitig wurde, kann nun auch das Ejakulat wieder nach distal abfließen! Es ist kein Fall bekannt, in welchem nach der Galvano-Therapie noch retrograde Ejakulationen auftraten.

Durch die Wahl des kürzesten Zugangsweges zur Prostata, werden auch die Nerven, welche für die Erektion notwendig sind geschont, so dass es bislang zu keinem Fall von erektiler Dysfunktion kam.

Aus den genannten Gründen können Sie zu jeder Zeit Sex haben, die Galvano-Therapie ist hierbei kein Hindernis.

 

Medikamentöse Therapie der BPH?


Pflanzliche Produkte:


Bei der Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung mit Medikamenten steht in Deutschland eine Reihe von Präparaten zur Verfügung. In der Regel erfolgt die Verordnung dieser Substanzen einem Stufenplan. So kommen bei nur diskreten Beschwerden im ersten Schritt meist pflanzliche Arzneien sogenannte Phytopharmaka zum Einsatz. Die Extrakte werden aus Früchten, Rinden, Wurzeln oder Samen gewonnen und weiter verarbeitet. Die bekanntesten Mittel aus diesem Bereich sind Wirkstoffe aus dem Arzneikürbis, der Sägepalme und der Brennessel, als prominentestes Beispiel ist hier Granufink zu nennen.


Auch wenn ich große Studien die Wirksamkeit dieser Präparate nicht eindeutig gezeigt werden konnte berichten Patienten immer wieder über wenigsten temporäre Erleichterung ihrer Beschwerden während der Einnahme dieser Medikamente.


Synthetische / chemische Medikamente:


Alpha Rezeptorblocker:


Hier wurde auf wissenschaftlichem Wege gezeigt, dass die Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung gebessert werden konnten.


Die Wirkungsweise beruht auf dem Ansetzen des Medikamentes an Rezeptoren der glatten Muskulatur des Blasenhalses, welche sich durch die Arzneien entspannen sollen und somit der Widerstand beim Urinieren verringert wird.
Trotz der guten Studienlage berichten uns viele Patienten, dass der Effekt nicht von langer Dauer war und nach 9 – 12 Monaten die Beschwerden in gleicher Weise wieder auftraten. Auch verhindern Alpha 1 Blocker das Fortschreiten der Erkrankung nicht, so dass es sich hier in der Regel um ein Hinauszögern einer definitiven Therapie ist.

 

5-Aplha-Reduktase-Inhibitoren (5-ARI)


Wie im Abschnitt „Warum vergrößert sich die Prostata“ bereits beschrieben, wird die Vorsteherdrüse von dem körpereigenen Hormon zum Wachsen animiert. Das männliche Hormon zeigt jedoch erst Wirkung, wenn es in die aktive Form umgewandelt wird. Für diese Umwandlung ist das Enzym 5-Alpha Reduktase verantwortlich. Die 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren führen zu einer Blockade des Enzypms, so dass die aktive Form nicht an der Prostata angreifen kann, und diese sich somit auch nicht vergrößert. Im Gegenteil, die Prostata kann sich dadurch sogar verkleinern.
Die Hauptvertreter dieser Medikamentenklasse sind Finasterid und Dutasterid.
Die Einnahme dieser Medikamente ist die einzige Möglichkeit das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Als Nebenwirkungen treten Erektionsprobleme, ein vermindertes Libidoempfinden und ein vermindertes Ejakulationsvolumen auf.

 

Durch die Verkleinerung der Prostata kommt es auch zu einer Verringerung des PSA-Wertes welcher jedoch hinweisgebend auf ein Prostatakarzinom ist, so das der Arzt bei der Interpretation des PSA Wertes über die Einnahme von 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren in Kenntnis gesetzt werden sollte.
Auch wird seit kurzen vermutet, das Finasterid zu einer Häufung von besonders aggressiven Prostatakarzinomen geführt hat, was jedoch bislang nicht bewiesen werden konnte.

 

Muskarinrezeptorantagonisten (MRA)


Als 3. Substanzklasse kommen Muskarirezeptroantagonisten in Frage. Diese Rezeptoren finden sich in der Muskulatur des Blasenausgangs. Eine Blockierung dieser Rezeptoren führt zu einer Hemmung der Harnblasenmuskulatur am Blasenausgang, so dass hierdurch der Wasserlassen wieder besser gelingen kann. Diese Medikamente finden jedoch nur Anwendung wenn die Restharnmenge klein ist und Symptome wie Harndrang und häufiges Wasserlassen im Vordergrund stehen. Als Nebenwirkungen treten hier Symptome wie Mundtrockenheit, Verstopfung und Schwindel auf.


Therapie des Harnverhaltes


Wenn trotz bestehender Symptome keine Therapie erfolgt, kommt es über kurz oder lang zum Harnverhalt. Dieser ist nicht nur unglaublich schmerzhaft, sondern führt zu einem Rückstau des Urins in die Harnleiter und verursacht somit ein postrenales Nierenversagen was unbehandelt zum Tot durch Nierenversagen führen kann.


Die einzige Therapie dieses akuten Ereignisses ist das einbringen eines dünnen Schlauches (Katheter) durch die Harnröhre in die Blase. Darüber kann der Urin abfließen und die akuten Beschwerden sind beseitigt, die Ursache jedoch noch nicht. Oft kommt zeitgleich der Einsatz von oben genannten Medikamenten zum Einsatz um über die Zeit der Harnröhre wieder mehr Platz zu schaffen, so dass der Urin auch wieder ohne Katheter abfließen kann. In der Regel wird der Katheter nach 4 – 6 Wochen wieder entfernt und es wird ein Auslassversuch unternommen. Sollte dieser scheitern erfolgt die Empfehlung zu entsprechenden OPs.

 

Operative Verfahren:


Neben den beschriebenen Methoden stehen bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung mehrere operative Verfahren zur Auswahl. Die am häufigsten empfohlenen OPs werden hier besprochen.

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)
Das ist wohl die älteste und auch am häufigsten angebotene operative Therapie bei der gutartigen Prostatavergrößerung.


Hier werden Instrumente rückwärts durch die Harnröhre mit geschoben bis man im Bereich der Prostata angekommen ist. Dann wird eine Schlinge ausgefahren, mit der dann kreisförmig die Prostata abgetragen wird. Landläufig wird dieses Verfahren auch als „Prostata-Hobeln“ bezeichnet.
Der Vorteil dieses Verfahren ist zweifelsfrei, dass auch große Teile der Prostata abgetragen werden könne, so dass der Weg für den Urin wieder weiter wird.


Nachteile sind, dass dieses Verfahren in Vollnarkose durchgeführt werden muss. Ein weiterer großer Nachteil ist, dass auf diesem Wege die Harnröhre in dem behandelten Teil überwunden, und somit zerstört werden muss. In dem zu therapierenden Bereich mündet auch der Ausführungsgang der das Sekret welches von der Prostata in die Harnröhre führt. Dies hat zur Folge, dass die Samenflüssigkeit immer zurück in die Blase gelangen wird und nicht mehr nach außen gelangt. Auch sind längere Zeiten mit einliegendem Katheter notwendig und die Kontinenz kann bei weitem nicht immer erhalten werden. Eine weitere wesentliche Komplikation kann das sogenannte TURP Syndrom sein. Hierbei gelangt die notwendige Spülflüssigkeit in die Blutbahn, was zu neurologischen Ausfällen sowie Kreislaufschwirkigkeiten und Verwirrtheit kommen kann.


Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP)


Auch hierbei wird das Instrument unter Vollnarkose rückwärts in die Harnröhre eingeführt und es wird mittel Laser zuerst die Harnröhre selbst und dann das anliegende Prostatagewebe ab. Deponiert das Gewebe in der Blase, zerkleinert dieses und entfernt es dann ebenfalls durch die Harnröhre.
Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es eine Operation ist, in welcher der Patient sehr wenig Blut verliert. Im Anschluss muss ein Spülkatheter eingelegt werden welcher nach 3-4 Tagen wieder entfernt werden kann. Ein Samenerguss ist auch hier nicht mehr möglich weil die Flüssigkeit rückwärts in die Blase gelangt und nicht vorwärts nach draußen.

 

Photoselektive Laservaporisation:


Auch dieser Eingriff erfolgt unter Vollnarkose rückwärts durch die Harnröhre. Es wird zuerst die Harnröhre und dann das anliegenden Prostatagewebe mittels grünem Laser verdampft.
Somit fällt kein Gewebe an, welches durch die Harnröhre entfernt werden müsste, es kann jedoch auch keines pathologisch untersucht werden um möglicherweise doch Prostatakrebs zu entdecken.
Ein wesentlicher Nachteil ist, dass nach diesem Verfahren häufig Irritationen im Penis auftreten welche teils erst nach Monaten wieder verschwinden. Auch kommt es häufig vor, dass Patienten nach der Behandlung häufig Wasser lassen müssen und häufigen Harndrang verspüren.


Früherkennung:


Einen echten Schutz oder eine Vorbeugung gegen die gutartige Prostatavergrößerung gibt es nicht. Am Ende des Tages entscheiden Sie wann die Probleme beim Wasserlassen für Sie so beeinträchtigend sind, dass Sie zur Tat schreiten wollen oder müssen.

 

Wenn Sie wissen möchten, wie unsere Patienten die Therapie erlebten und wie das Ergebnis aussieht, klicken Sie hier und kommen Sie auf die Seite mit Erfahrungsberichten bei der Behandlung der Gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) mit Hilfe der Galvano-Therapie.

 

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